903. radio%attac - Sendung, 21. 09. 2020

 

1. 65 Jahre Staatsvertrag – Wie neutral ist Österreich noch?

        Seit dem 15. Mai 1955, dem Tag der Unterzeichnung des Staatsvertrags, ist Österreich ein freies Land. Im Zuge der Staatsvertragsverhandlungen hat sich unser Land zu immerwährender Neutralität verpflichtet.
        Im Bundesverfassungsgesetz vom 26. Oktober 1955 wurde die Neutralität Österreichs gesetzlich festgelegt. Aber wie sieht es konkret mit der Absicherung und Festigung der Neutralität aus? Wurde sie in den Letzten Jahren nicht schon stillschweigend scheibchenweise ausgehöhlt, ja vielleicht schon so grob deformiert, dass sich Österreich nicht mehr wirklich als „neutral“ bezeichnen kann?

 

Ein Beitrag der Inhaltsgruppe FriedensAttac

 

2. Dr. Thomas Roithner – Die Militarisierung der EU

        Dr. Roithner ist Friedensforscher und Privatdozent für Politikwissenschaft an der Universität Wien. Der Sozial- und Wirtschaftswissenschafter untersucht u.a. Fragen der Außen-, Sicherheits-, Verteidigungs- und Friedenspolitik der EU und Österreichs, der Neutralität in Europa, der Friedens- und Konfliktforschung, der Politik der Gewaltfreiheit sowie der Friedens- und Antikriegs-Bewegung in Österreich.

Im Rahmen der Attac- Sommerakademie in Graz hielt Dr. Roithner einen Vortrag über die „Militarisierung der EU“. Wir hatten das Glück ihm in einem persönlichen Gespräch begegnen zu können.

 

Musik:

Kilez More – Krieg & Öl

 

Redaktion:

Sebastian Ludyga


900. radio%attac - Sendung, 31. 08. 2020

 

1. Inwiefern Jugend und Clubkultur politisch ist

 

Vor einer Woche fand der Solidarity Rave, eine Demo mit Partycharakter, im Auer Welsbach Park statt. Der Organisator Léon ist auch Mitbegründer der Interessensgemeinschaft Clubkultur und er erklärte uns in einem Interview, inwiefern „Zwidemu“ und ihre Veranstaltungen politisch sind, wie die Nutzung des öffentlichen Raumes neu gedacht werden sollte und auch über die Ziele der IG Clubkultur, die gerade jetzt für das Überleben der Clubkultur und des kulturellen Bereiches kämpft.

 

2. Hanau war kein Einzelfall, stoppt den Rassismus überall

 

An jenem Samstag vor einer Woche fand auch eine von der Migrantifa Wien organisierte Demo statt, die der 9 Opfer der rechtsterroristischen Morde in Hanau vor einem halben Jahr gedachte. Der Rassismus, der allerorts herrscht, ist nochmal paradoxer, wenn man sich anschaut, warum viele MigrantInnen zu uns kommen. Unser Überlegenheitsgefühl ist völlig fehl am Platz, durch unsere Gier haben wir als westliche Welt ganze Weltregionen arm gemacht, durch unser Tun müssen Menschen ihre Heimat verlassen, unser eigenes Wirtschaftssystem profitiert immer noch von migrantischer Arbeit, und dennoch lebt Rassismus auf. Dennoch werden Menschen mit Migrationshintergrund von Rechtsextremisten ermordet. Ihr hört zwei Redebeiträge der Demo.

 

 

Redaktion: Veronika Ritter


899. radio%attac - Sendung, 24. 08. 2020

 

Viel mehr für alle! – PROSA: Projekt Schule für Alle

 

Sassan Esmailzadeh, Schulleiter, Administrator und Lehrer bei Projekt Schule für alle erzählt uns, weshalb die Schule ein so wichtiger Anlaufpunkt für Asylwerber und Asylwerberinnen ist und erklärt das ganzheitliche Konzept dieser Schule. Sie ist ein Ort für Bildung, Austausch, Kreativität und Emanzipation. Es ist schwierig dieses Projekt zu finanzieren, meint Esmailzadeh. Das es bis jetzt trotzdem funktioniert, liegt wohl daran, dass es von allen für alle ist. Weitere Informationen findet ihr auf: https://www.prosa-schule.org/

 

Redaktion: Tabea Prestel

 


Suhrkamp, 2019
Suhrkamp, 2019

898. radio%attac - Sendung, 17. 08. 2020

 

1. Billigflaggen als gemeinsame Ursache der Unglücke in Mauritius und Beirut

        In der letzten Zeit gab es zwei große Katastrophen im oder am Meer: Einmal die Umwelt-katastrophe in Mauritius, wo Tonnenweise Öl aus einem Frachtschiff läuft, und dann noch die Wahn-sinnsexplosion im Hafen von Beirut. Was verbindet diese Unfälle? Beide Schiffe sind unter einer Billigflagge gefahren. In der Schiffsfahrt ist es üblich, unter der Flagge eines anderen Landes zu fahren, das geringere Sicherheitsauflagen, Löhne, Steuern etc. zu leisten hat, 70% der Handelsschiff-fahrt bedienen sich der Billigflaggen, in fast alle Ölkatastrophen sind Billigflaggentransporte invol-viert. Es ist absolut unverantwortlich, Schiffe in so schlechtem Zustand, mit schlecht ausge-bildeter Mannschaft, die sich nicht verständigen kann, die schlecht bezahlt wird, mit kaum Sicherheitsauf-lagen durch die Meere fahren zu lassen. Wäre das gesamte Wirtschaftssystem weniger auf Profit-maximierung, sondern mehr auf Nachhaltigkeit ausgerichtet, hätten wir das Problem gar nicht.

(Tipp: Gemeinwohl-Ökonomie – Christian Felber)

 

2. "Wer nichts arbeitet, soll auch nichts essen" – Robert Misik

        Der österreichische Journalist und Autor Robert Misik schreibt regelmäßig im Standard, Profil, Falter und der Berliner Tageszeitung und hat zuletzt das Buch "Die falschen Freunde der einfachen Leute" verfasst. Zudem betreibt er eine wöchentliche Videokolumne namens „FS Misik“, aus der wir Ihnen dankenswerterweise nun einen Beitrag präsentieren dürfen. „Wer nichts arbeitet, soll auch nichts essen“ heißt die Folge Nr. 598 und handelt von Sebastian Kurz und den permanenten Kampagnen gegen die Arbeitslosen.

 

Redaktion: Veronika Ritter


897. radio%attac - Sendung, 10. 08. 2020

 

1) "STOPP DIE PLASTIKFLUT!"

Lisa Panhuber, Konsumexpertin von Greenpeace CEE in Österreich, im Interview mit Jutta Matysek:

     Greenpeace-AktivistInnen protestierten am 5. August 2020 mit einer vier Meter hohen Flascheninstallationen vor einer Lidl-Filiale im Salzburger Stadtzentrum. Die UmweltschützerInnen kritisierten die Flut an Wegwerfverpackungen beim Diskonter und forderten Lidl zum Umstieg auf Mehrwegflaschen bei Getränken auf.          Zahlreiche KundInnen vor Ort unterstützten den Protest von Greenpeace und bekräftigten die Forderung nach Mehrweg.
     Die Geschäftsführung von Lidl verweigerte hingegen das Gespräch zum Thema Umweltschutz komplett, den FilialmitarbeiterInnen wurde verboten, mit Greenpeace und MedienvertreterInnen zu sprechen. Schon nach wenigen Minuten drohte das Lidl-Management mit Klage und polizeilicher Räumung.
     Der friedliche Protest musste deshalb vorzeitig beendet werden. Greenpeace fordert Lidl auf, Umweltschutz endlich ernst zu nehmen und bis 2021 ein Mehrwegsystem einzuführen.

 

2) Fünf sinnvolle Apps für mehr Nachhaltigkeit und Umweltschutz

      Wir stellen fünf nützliche Apps vor: Mundraub, Too Good To Go, Ecosia, Grünzeit und NABU Siegel-Check. Ob Obst naschen im Wald oder durch Recherche einen Baum pflanzen – hört rein und findet heraus, welche App euch wie weiterhelfen kann!

 

Redaktion: Franz Pichler, Laura Hörner


Die Rosa-Hellblau-Falle
Die Rosa-Hellblau-Falle

 896. radio%attac – Sendung, 03. 08. 2020

 

Geschlechterrollen - hausgemacht!


Gedanken zum binären Geschlechtersystem

     Wir sollten darüber nachdenken, das versteifte Konzept der Geschlechter-Binarität, Mann/Frau, zu überwinden. Die Biologie hat längst gezeigt, dass Geschlechtervariationen natürlich vorkommen, die Soziologie, dass die Geschlechterrollen hausgemacht sind, und unser gesunder Menschenverstand, dass es völlig egal ist, welches Geschlecht, welche sexuelle Orientierung oder welche Andersartigkeit auch sonst unser gegenüber hat. Gehen wir nicht veralteten Klischees und Normen auf den Leim.

 


Stopp Air Base Ramstein

      Vom 25. bis 27. September 2020 finden in Berlin die Aktionstage der Kampagne „Stopp Air Base Ramstein“ statt (https://www.ramstein-kampagne.eu/). Diese Kampagne ist eine Friedensveranstaltung, die sich gegen den US-Militärstützpunkt in Ramstein-Miesenbach (Deutschland) stellt.

      Die Air Base Ramstein ist das größte Luftdrehkreuz der US-Streitkräfte außerhalb der USA und ein großer Umschlagsplatz für ihre Kriege. Laut “Stopp Air Base Ramstein“ hat die US-Regierung in Pakistan, im Jemen und in Somalia fast 5.000, im Afghanistankrieg 13.000 Menschen außergerichtlich durch Drohnen getötet. Zahllose weitere Opfer gab es durch US-Drohnen im Irak, in Syrien und in Libyen. Die große Mehrzahl der Opfer waren Unbeteiligte, wie Frauen, Kinder und alte Menschen, sogenannte Kollateralschäden, die billigend in Kauf genommen werden.

 

Musik:

„Little Game“ – Benny

„Aliens“ – Mine und Orchester mit Edgar Wasser

„Leben und Tod des Imperialismus“ – Kilez More

 

 

Redaktion: Veronika Ritter, Sebastian Ludyga


greenpeace
greenpeace

895. radio%attac - Sendung, 06. 07. 2020

 

Wie uns Viehzucht und Abholzen der Wälder Epidemien beschert!

 

     Wenn wir Wälder abholzen, siedeln sich Wildtiere mit ihren Krankheitserregern näher bei uns Menschen an, und die Artenvielfalt nimmt ab, wodurch die Natur die Krankheiten nicht mehr natürlich regulieren kann. In Folge treten Epidemien immer häufiger auf. Da die überwältigende Mehrheit (61%) der angebauten Biomasse von unseren Nutztieren verspeist wird, und sich Krankheiten in der Massentierhaltung sehr schnell ausbreiten, wäre es eine sinnvolle Epidemie-Prävention, massiv weniger tierische Produkte zu essen!

 

Dominik Webel über die Donauinsel und Klimawandelanpassung

     Dominik Webel von der Abteilung Wiener Gewässer erzählt uns von dem Donauinsel LIFE DICCA (Danube Island Climate Change Adaption) Projekt und erläutert die Maßnahmen, die gesetzt werden, um die Donauinsel Widerstandsfähig zu machen.

 

Zu hören gibt es drei schöne Titel von Bob Marley & The Wailers

Satisfy My Soul

Trench Town

Give Thanks & Praises

 

Redaktion:


893. radio%attac - Sendung, 22. 06. 2020

 

Lastenausgleich!

 

1. Attac-Statement vom 29.05.2020: Die EU-Kommission hat am Mittwoch, 27.5., ihren Plan zum Aufbau nach der Corona-Krise vorgestellt. Für das globalisierungskritische Netzwerk Attac ist der Plan keine angemessene Antwort auf die aktuelle Krise. Der Vorschlag ändert nichts an den strukturellen Problemen der EU und der Eurozone. Mit dem “Europäischen Semester” droht eine weitere Verschärfung neoliberaler Politik. Attac für EZB-Staatsfinanzierung und Lastenausgleich von den Reichsten.

 

2. Rassismus
Wer einen Blick auf die aktuelle Lage in den USA wirft wird feststellen: da gibt es ein Problem. Ein Problem, das nicht erst gestern entstanden ist, sondern eines das immer schon da war und nie gelöst wurde. Mitschuld am nach wie vor herrschenden Rassismus könnte eine kaum vorhandene Aufarbeitung der kolonialen Gräueltaten in unserer (eigentlich sehr unmittelbaren) Vergangenheit sein. Über die Kolonialisierung, Sklavenhandel und Rassentrennung ist noch lange kein Gras gewachsen, man sollte sich dieser Schuld am Leid eines großen Teiles der Welt bewusst werden und verstehen, dass unsere westlichen Länder nur aufgrund der Ausbeutung anderer reich sind. Und auch nach der Dekolonialisierung bestehen dieselben Macht- und Ausbeutungsverhältnisse weiter, nur subtiler.

 

3. Polit-Mord
Kassels Regierungspräsident Walter Lübcke wurde am 1. Juni 2019 mit einer Schusswunde im Kopf auf der Terasse seines Hauses gefunden. Etwas mehr als ein Jahr später, am 16. Juni 2020, begann der Prozess gegen den Tatverdächtigen Stephan E. und seinen mutmaßlichen Komplizen Markus H. Der Prozessbeginn ist für uns Grund uns den tragischen Mordfall aus dem letzten Jahr nochmals vor Augen zu führen.

 

 

Redaktion: Veronika Ritter, Laura Hörner


891. radio%attac - Sendung, 08. 06. 2020

 

13th

 

Diese radio%attac-Sendung bezieht sich auf eine Dokumentation mit dem Titel „13th“ von Ava DuVernay. Mit 13th ist der 13. Zusatzartikel zur US-amerikanischen Verfassung gemeint. Er garantiert allen Amerikanern Freiheit und verbietet somit Sklaverei. Mit einer zentralen Ausnahme: Kriminellen kann diese Freiheit genommen werden. Die Massenbelegung von US-Gefängnissen bleibt bis heute mit der Sklaverei verbunden. Die Vereinigten Staaten beherbergen nur 5 % der Weltbevölkerung aber 25 % der weltweiten Gefangenen. 1972 waren in den USA 300.000 Menschen hinter Gittern, heute sind es 2,3 Millionen. Zum einen soll dieser Radiobeitrag klären, wie es zu diesen Masseninhaftierungen kommen konnte. Anhand von einigen Beispielen soll außerdem gezeigt werden, wie schwer es ist als Afroamerikaner in den Vereinigten Staaten zu leben – in einem Staat, der sie systematisch benachteiligt und als Menschen zweiter Klasse behandelt.

 

Musik:

Killer Mike – Reagan

Kanye West ft. The Game – Crack Music

Jason Moran – There’s a man going ‘round taking names

Common ft. Bilal – Letter to the free

 

Redaktion:

Laura Hörner

Sprecher:

Laura Hörner, Semhar Araya