ÖGB
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1007. radioattac - Sendung, 19. 09. 2022

Werdet munter! Preise runter!

Unter diesem Motto rief der ÖGB am Samstag, dem 17. 09. 2022, zu landesweiten Protesten. Viele Menschen sind diesem Ruf gefolgt und haben bei Wind und Wetter ein Zeichen gesetzt. Grundsätzlich war man mit der Anzahl der Teilnehmer:innen zufrieden, „es können immer mehr sein“ hört man da und dort. Jung und Alt, auch Eltern sind mit ihren Kindern mit marschiert und haben die Solidarität mit Leben erfüllt. Sie leiden unter den hohen Preisen und kritisieren die Einmalzahlungen. Viele spüren die Teuerung bei Lebensmitteln, Mieten und besonders Strom- und Heizkosten bereiten den Menschen Sorgen.
„Löhne rauf“ ruft man in Richtung Lohnverhandlungen, die mit 19. 09. 22 beginnen und angesichts der Gewinnergebnisse mancher Betriebe soll ein ordentliches Stück vom Kuchen dorthin abgegeben werden, wo er gebacken wurde.

Entgegen mancher Befürchtungen (sogar der Nationalratspräsident war besorgt) verliefen die Demonstrationen ohne Zwischenfälle, was zweifelsohne der guten Organisation des ÖGB zuzuschreiben ist, der über viele Jahrzehnte eine professionelle Demonstrationskultur aufgebaut hat. Ordner und auch die Polizei waren gut koordiniert.
Am Samstag wurde österreichweit ein Grundrecht in einer Demokratie bemüht: die Demonstrationsfreiheit, dort ausgeübt, wo sie hingehört: auf der Strasse. Ein Mitmarschieren von Rechten war ausdrücklich nicht erwünscht, wie der oberösterr. Landessekretär des ÖGB, Stefan Guggenberger, am Beginn des Demozuges klarmachte.

Sabine Weninger-Bodlak war in Linz dabei und hat einige Stimmen für diese Ausgabe festgehalten.

 


1006. radioattac - Sendung, 12. 09. 2022

 

Jahre der Reparatur

 

Grüssie zur Ausgabe 1006.
Heute bringen wir die Keynote-Rede der kanadischen Journalistin, Kapitalismus- und Globalisierungskritikerin Naomi Klein auf dem Progressiven Internationalen Gipfel, der am 19. September 2020 stattfand. Wir haben diese Rede von acTVism Munich übernommen. In ihrer Online-Keynote für den Gipfel spricht Naomi Klein über die „progressiven“ und „internationalen“ Aspekte der Organisation Progressive Internationale. Sie blickt auf unsere düstere Gegenwart und betont die Notwendigkeit für die „Jahre der Reparatur“, in denen wir zu Solidarität und Fürsorge für die Menschen und die Welt um uns herum zurückkehren müssen. Sie beschreibt den Green New Deal als einen Rahmen für Überleben, Reparation und dem Schutz der Umwelt.

 

 

Redaktion: Gerhard Gutschi

 

 

 


1005. radioattac - Sendung, 05. 09. 2022

 

Lederjacke statt Anzug / ChemistS fOr future

 

Grüssie zur Ausgabe 1005. Lange hab ich überlegt, ob in radio%attac erstmals nach über 20 Jahren eine Antrittspressekonferenzrede eines Kandidaten zur Bundespräsidentenwahl ausgestrahlt werden soll. Geschunden von den unerträglichen Stehsätzen und Floskeln diverser Politiker und Politikerinnen, hab ich mich dafür ausgesprochen. Wie heißts bei radio%attac: Eine andere Welt ist möglich! Also, nun zu Dr. Dominik Wlazny. Zugegeben, es war ungewohnt, ohne Anzug und Krawatte und ohne „Wir beobachten das!“. Vielleicht eine andere Welt, die möglich ist!
Nun zu unserem zweiten Beitrag. Der Chemiker Prof. Dr. Sebastian Seiffert von der Johannes Gutenberg-Universität Mainz und Mitglied von Chemists For Future macht sich so seine Gedanken.

Redeaktion: Gerhard Gutschi

 


1004. radio%attac - Sendung, 29. 08. 2022

 

 "Tod und Mädchen"

 

In dieser Ausgabe unterhält sich Sabine Weninger-Bodlak mit der österr. Schriftstellerin und Drehbuchautorin Hilde Berger. Eine beeindruckende Frau, die zur Zeit der österreichischen Frauenbewegung ihre Karriere begonnen hat.

In ihrem Buch „Egon Schiele Tod und Mädchen“ (Hollitzer Verlag) widmet sie sich dem weltbekannten Künstler, gibt „seinen Frauen“ einen Namen und gibt Einblick in ihr Leben, zu einer Zeit, in der Frauen keine Stimme und einen eindeutigen Platz in der Gesellschaft hatten. Im Film zum Buch schrieb sie das Drehbuch und erhielt dafür 2017 eine Romy, gemeinsam mit ihrem Mann, Dieter Berner.

 

Musik: Max Raabe, "Für Frauen ist das kein Problem"

Redaktion: Sabine Weninger-Bodlak

 

 

 


1003. radioattac - Sendung, 22. 08. 2022

 

Alles teurer oder was?
Die Preise explodieren und die Teuerung ist bei den Menschen angekommen. Was hat der Strompreis mit Gaskraftwerken zu tun - Carsten Eckart von "Energiewirtschaft einfach" erklärt, was die Merit-Order ist. Am Samstag den 17.09.2022 ruft der ÖGB zu landesweiten Protesten gegen die Teuerung auf - "Preise runter!" heißt es da.
Attac macht einen Vorschlag und fordert einen Energie-Grundanspruch. Nähere Infos dazu: https://www.attac.at/news/details/energiepreise-attac-praesentiert-progressive-tarife-fuer-strom-und-gas

Redaktion: Sabine Weninger-Bodlak

Playlist:
Bertholt Brecht, Das Lied von der Unzulänglichkeit des menschlichen Strebens, 2:55
Geier Sturzflug, Bruttosozialprodukt, 3:05

 


1002. radio%attac - Sendung, 15. 08. 2022

“Lest das!” – Die junge Generation kommt zu Wort

Die Klimakrise und Umweltzerstörung sowie soziale Ungleichheit auf der ganzen Welt betreffen uns alle. Doch umso mehr müssen sich die jüngeren Generationen mit der Möglichkeit vertraut machen, in Zukunft in einer komplett veränderten Welt zu leben. Der story.one Verlag hat daher zusammen mit der Mutter Erde Initiative junge Menschen in Österreich aufgefordert, Texte zu ihren Ideen, Ängsten und Überlegungen zu den großen Herausforderungen unserer Zeit einzusenden. Daraus ist ein kurzes Buch mit dem Titel „Lest das!“ geworden, in dem eine verstärkte Wahrnehmung der Klimakrise sogar bei sehr jungen AutorInnen durchdringt. radio%attac hat sich mit Joan Wermann, deren Geschichte im Buch zu finden ist, getroffen. Ein Gespräch über Verantwortung, die Diskussion über individuelle oder strukturelle Lösungen zur Klimakrise, sowie Hoffnungslosigkeit aber auch Optimismus in der jungen Generation Österreichs.

 

Redaktion: Paolo  Fornaroli

 

 


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1001. radio%attac - Sendung, 08. 08. 2022

 

Resilienz - die eigene Welt ist möglich

 

Was hilft Krisen zu überstehen? Seit den 1950 er Jahren ist Resilienz ein bekanntes Werkzeug, traumatische Ereignisse und Krisen zu überstehen. Egal wie groß oder wie klein die Krise ist (und das entscheidet erstmal die betroffene Person selbst) – Resilienz unterstützt. Das Anti-Stress-Team in Deutschland hat sich auf Burnout Prävention spezialisiert. Weil Resilienz auch da wichtig ist, habe ich einen Beitrag von Lea Halm für Sie ausgesucht, wo sie Resilienz einfach erklärt.

Weiterführende Infos: www.anti-stress-team.de

 

Die Psychologin Doktorin Eva Wlodarek hat das Psychologie-Ressort der Zeitschrift Brigitte (Grunder und Jahr) aufgebaut und beschäftigt sich seit über zwei Jahrzehnten mit Glück. Von ihr findet sich eine Vielzahl an Videos, die Orientierung in unterschiedlichsten Lebenssituationen geben können. Weitere Infos zu Doktorin Wlodarek: www.wlodarek.de

 

Besonders wichtig: Niemand muss alleine durch eine Krise. Es ist keine Schwäche, um Hilfe zu fragen. Eine Sitzung bei Psychotherapeutinnen oder Psychotherapeuten ist nichts, wofür Mensch sich zu schämen braucht. Eher das Nichtauseinandersetzen mit dem „Unguten“ birgt Gefahren, staut sich auf und kann katastrophale Folgen haben.

 

Das richtige Navigieren in einer VUCCA Welt kann, darf und muss jeder/jede für sich selbst herausfinden. Werte sind dabei besonders wichtig. Mit diesen hat sich Markus Hornung in seinem Buch „Der Abschied von der Sachlichkeit“ (BusinessVillage) besonders beschäftigt – der Buchtip für Interessierte!

 

Produktion & Moderation: Sabine Weninger-Bodlak

 

Playlist / Zusatzinfo:

 

Johannes Oerding, An guten Tagen, 4:07

Soap&Skin, What a wonderful World, 2:24

 


1000. radio%attac - Sendung, 01. 08. 2022

1000mal radio%attac

Herzlich willkommen zur 1.000. Sendung von radio%attac. Zu dieser historischen Sendung begrüßen Sie noch einmal recht herzlich Sabine Weninger- Bodlak und Gerhard Gutschi. Das eine andere Welt möglich ist, haben wir in den vergangenen 20 Jahren immer wieder hörbar gemacht. radio%attac ist 2003 angetreten, um einen Wandel zu fordern, zu fördern und zu be-gleiten, der nicht aufzuhalten war. 2019 warb die BIENNALE mit dem Satz: MAY YOU LIVE IN INTERESTING TIMES. Und wir leben in interessanten Zeiten, die aufreibend sind. Kräfte-zehrend und teilweise vollkommen verrückt. Demokratie er-scheint so gefährdet wie nie in der 2. Republik, aber auch in anderen Ländern in Europa sind gewisse Strömungen und ihre politischen Vertreter:innen mitten drin, regieren sogar, statt ver-pönt zu sein. Sie marschieren seit Jahren und diejenigen, die sich darüber empören werden als linke Spinner:innen abgetan. Sie marschieren nicht nur und skandieren, und schwenken ihre Fah-nen, sie posten, sie kommentieren, sie hassen auf der Strasse und im Netz. Wie sehr sie hassen und was sie damit anrichten hat am vergangenen Freitag einen katastrophalen Höhepunkt erreicht. Die Oberösterreichische Ärztin Doktorin Lisa-Maria Kellermayr, die die letzten beiden Jahre in den Dienst der Bekämpfung der Pandemie und dem Wohl ihrer Patientinnen und Patienten stellte, wurde in den Selbstmord getrieben. Sie ist ein Opfer von psychischer Gewalt, von Hass aus dem Netz und von einem System, das sie im Stich gelassen hat. Ein System, dass seit März 2020 zugesehen hat, wie sich etwas zusammenbraut. Wöchentliche Presse-konferenzen und Chaos statt Klarheit. Sogenannte Coronaleugner schrien nach Freiheit für sich selbst, während sie die von anderen bedrohten und damit auch beschränkten.

Es sind 20 Jahre her, als wir uns im Herbst 2002 zusammensetzten, um radio%attac zu „erfinden“. Ein paar Monate später, es war der 13. Feber 2003, funkte die erste Ausgabe durch den Äther. Damals führen wir noch mit einer selbstgebrannten CD ins Studio von Radio Orange in Wien. Heute exportieren wir radio%attac via 19 Sender nach Deutschland, in die Schweiz und nach Italien. Damals waren wir guter Dinge, heute denk ich mir manchmal, wir sollten auf "naiv", "blind" oder so umformulieren. Nur eines steht wie ein Fels in der Brandung: „Eine andere Welt ist möglich!“, muss möglich sein.

 

Redaktion: Sabine Weninger-Bodlak, Gerhard Gutschi, Paolo Fornaroli

 


999. radioattac-Sendung, 25. 07. 2022

 

Entfremdung, Umweltkollaps und die Suche

nach einem neuen Narrativ


Jahrzehnte neoliberaler Politik und Ideologie haben weltweit den Zusammenhalt von Gesellschaften ausgehöhlt und die Grund-lagen für den Aufstieg rechter Demagogen und Faschisten ge-schaffen, so George Monbiot. Währenddessen bewegen wir uns weltweit immer schneller auf einen Klimakollaps und einen Zu-sammenbruch der Nahrungsmittelproduktion zu. Die industrielle Landwirtschaft, insbesondere die Fleischproduktion, sei einer der Hauptfaktoren für die fortschreitende Zerstörung von Arten-vielfalt, Böden, Süßwasserreserven und Wäldern. Die UN haben bereits gewarnt, dass weltweit nur noch 60 Ernten verbleiben, wenn die Landwirtschaft nicht rasch und grundlegend verändert wird. Neben „direkten Aktionen“ etwa von „Extinction Rebellion“ und „Fridays for Future“ brauche es aber auch dringend ein neues emanzipatorisches Narrativ, so George Monbiot, um den moralisch, ökonomisch und politisch bankrotten Neoliberalismus abzulösen.

 

George Monbiot, Kolumnist beim Guardian und Buchautor ("United People: Manifest für eine neue Weltordnung", "Hitze", "Out of the Wreckage. A New Politics for an Age of Crisis")
https://www.kontext-tv.de/

Redaktion: Fabian Scheidler, Gerhard Gutschi

 


998. radioattac - Sendung, 18. 07. 2022

 

1 Jahr Kindeswohlkommission

 

Unser heutiges Thema: „1 Jahr Kindeswohlkommission“.
Warum es in Österreich eine Kindeswohlkommission braucht, wird sich mir nie erschließen! Außer vielleicht im Widerspruch zum Bundespräsidenten: „So sind wir!“
In der folgenden Pressekonferenz sprechen:
Irmgard Griess, ehemalige Präsidentin des Obersten Gerichtshof,
Michael Häupl, ehemaliger Bürgermeister von Wien,
Wilfried Embacher, Rechtsanwalt und ehemaliges Mitglied des Menschenrechtsbeirats
Sinaida Horvath von Refugee Law Clinic der Uni Wien

 

 

Redaktion: Gerhard Gutschi

 


997. radioattac - Sendung, 11. 07. 2022

 

 

"MEHR FÜR CARE!"

 

 

Im diesjährigen zivilgesellschaftlichen Praxissemester von attac hat sich eine Gruppe mit den aktuellen Problemen der Care-Ökonomie beschäftigt. Attac ist Teil des Netzwerks „Mehr für Care“ und fordert bessere Arbeitsbedingungen in der Pflege und „Care“-Investitionen in Kinderbetreuung, Bildung und Gesundheit. Auch die „IG24“ ist Teil dieses Netzwerks und setzt sich insbesondere für die Rechte der 24h-Betreuer*innen ein. Diese haben besonders in der Corona-Krise viel geleistet und dabei gleichzeitig eine Verschärfung ihrer prekären Arbeitsbedingungen hinnehmen müssen. Das soll sich nun ändern, denn die IG24 zieht vor Gericht, um die Abschaffung der Scheinselbstständigkeit für 24h-Betreuer*innen zu erwirken. Denn diese stehen vielmehr in Abhängigkeit von Vermittlungsagenturen und den Familien, als dass sie selbst frei über ihre Arbeit bestimmen könnten. Für die Finanzierung des Prozesses hat die IG24 eine Crowdfunding-Projekt gestartet, das wir mit diesem Beitrag unterstützen möchten. Wenn auch ihr mehr wissen wollt oder das Crowdfunding unterstützen möchtet, geht auf IG24.at.

Redaktion: Clemens, Julia, Lisa, Sabeth

 


996. radioattac - Sendung, 04. 07. 2022

 

 


995. radioattac - Sendung, 27. 06. 2022

 

Money for Future – „100% erneuerbare Energie“

 

Heute sprechen wir über die Energiewende und ob eine Umstellung auf 100 % erneuerbare Energien bis 2030 überhaupt möglich. Hans-Josef Fell hat das Erneuerbaren Energien Gesetz (EEG) mit begründet mit Hermann Scheer zusammen und den Abgeordneten im Bundestag. Dank ihm und anderen haben es die Photovoltaik und Windenergie zur Wirtschaftlichkeit geschafft und sind heute die billigste Art Strom zu produzieren. In den USA werden Atom- und Kohlekraftwerke aus dem Markt gedrängt, weil sie nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden können. Die Energy Watch Group ist gemeinnützig und versucht die Wissenschaftskommunikation zu verbessern.

 

Redaktion: Gerhard Gutschi

 

 


994. radioattac - Sendung, 20. 06. 2022

 

Eva Menasse: "Dunkelblum"

 

 

Von „Ich würde dir gerne ein Buch schenken!“ – „Nein danke, ich hab schon eins!“ bis „Stilvolle Buchattrappen in gewünschter Länge!“ – so weit die etwas platten Gedanken zu Büchern und Lesen hierzulande.

Und nun zur anderen Seite: dem Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch 2021, vergeben an Eva Menasse am 1. Juni 2022:

 

Bruno Kreisky betonte stets, durch das Lesen von Büchern „geformt worden zu sein“. Dieser Inspiration folgend wird seit 1993 der Bruno-Kreisky-Preis für das Politische Buch verliehen. Jährlich wird damit vom Karl-Renner-Institut in Zusammenarbeit mit dem SPÖ-Parlamentsklub und der sozialdemokratischen Bildungsorganisation politische Literatur ausgezeichnet, die für Freiheit, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit, Solida-rität und Toleranz einsteht. Es wurden Preise in fünf Kategorien vergeben. Den Hauptpreis für das Politische Buch des Jahres 2021 erhält Eva Menasse für „Dunkelblum“ (Kiepenheuer & Witsch, 2021).

 

Zum Hauptpreis: Gelungene historische Romane können große Stränge der Geschichte verdichten und das Zusammenwirken von gesellschaft-lichen Strukturen und individuellem menschlichem Handeln besonders spür- und verstehbar machen. Wenn dies dann auch noch in heraus-ragender literarischer Qualität wie bei Eva Menasse gelingt, dann soll man von einem Meisterwerk sprechen. In „Dunkelblum“ erzählt sie die Ge-schichte des Massakers von Rechnitz vor allem an Hand des Verschwei-gens, Vergessens und Verdrängens der Menschen des fiktiven Ortes Dunkelblum. Es gelingt ihr, die Zustände des alltäglich-banalen menschlichen Zusammenlebens zu beschreiben, in denen eben auch haarsträubende Gräuel passieren können. Ihre Beschreibung der Umstände und der ganz „normalen“ Menschen ist präzise und erfolgt mit der gebotenen Ernsthaftigkeit und Bitterkeit. Menasse schafft es sprachlich jedoch, in den sich auftuenden Abgründen ebenso Raum für den Witz satirischer Überzeichnung und empathische Menschliebe zu finden.

 

Hier die Dankesrede von Eva Menasse im Bruno Kreisky Forum in Wien:


Redaktion: Gerhard Gutschi

 

 


 © Sophie Elias-Pinsonnault
© Sophie Elias-Pinsonnault

993. radio%attac - Sendung, 13. 06. 2022

 

Das globale Finanzwesen: Systeme der Ausbeutung

 

In dieser Folge analysieren Sophie Elias-Pinsonnault und Paolo Fornaroli, Studenten des Masterstudiums in Sozial-Ökologischer Ökonomie und Politik (SEEP) an der WU Wien, wie das globale Finanzsystem Menschen sowohl im Globalen Norden als auch im Globalen Süden ausbeutet. Sie gehen dabei auf die verschiede-nen Aspekte des Systems ein, sowie seine Entstehungsgeschich-te, um aufzuzeigen, dass dieses System menschengemacht ist und daher auch verändert werden kann.

 

 

Playlist / Zusatzinfo:
Kokoroko: "Ti-Di"
Rita Payes: "Algo contigo"
Ed Motta: "Manuel"

 

Redaktion: Sophie Elias-Pinsonnault, Paolo Fornaroli

 


992. radio%attac - Sendung, 06. 06. 2022

 

Konstantin Wecker 75!

 

 

GrüsSie zur Ausgabe 992.

 

Mit der heutigen Sendung soll einer meiner Säulenheiligen gefeiert sein. Einer jener Liedermacher, Sänger und Komponisten, der viele ihr Leben lang begleitet hat: Er wurde am 1. Juli 1947 in München geboren und feierte vor kurzem seinen 75. Geburtstag – Konstantin Wecker.
Eine Sendung ohne Worte!

 

Redaktion: Gerhard Gutschi

 


991. radio%attac - Sendung, 30. 05. 2022

 

Medienversagen in der Klimakrise

 

 

Der Journalist und Mitbegründer von Kontext TV David Goeßmann zeigt in seinem Vortrag auf der Hamburger Klimawoche, wie die Medien bei der Klimakrise versagt haben. Die Klimakrise landete meist auf den hinteren Seiten in der Wissenschaftsrubrik.

 

Es ist das Verdienst der Klimaproteste der letzten Jahre, die Klimakrise stärker auf die Agenda gebracht zu haben. Es wird nun öfter über Klimaschutz berichtet als zuvor, wenn auch weiter viel zu wenig sowie dem Notstand nicht angemessen, während die notwendige Kursänderung oft negativ gerahmt wird als ökonomische Belastung und Zumutung für die Bürger*innen. Wenn sich daran nichts ändert, so Goeßmann, wird es schwierig, die Kursänderung in den nächsten Jahren politisch zu ermöglichen.

Weitere Infos zum Buch „Kurs Klimakollaps. Das große Versagen der Politik“ von David Goeßmann unter: https://www.eulenspiegel.com/verlage/….

Redaktion: Gerhard Gutschi

 

 

 


990. radio%attac - Sendung, 23. 05. 2022
(Wiederholung 961. Sendung)

 

Wo gehen wir hin?

 

Unser Kollege Clifford James in einem Gespräch mit dem Ökonomen Dr. Friedrich Hinterberger:

        Technologie und Management können viele Umweltprobleme lösen, aber nachhaltige Entwicklung muss mehr als nachhaltige Aus-beutung werden. Dr. Hinterberger erzählt über seine langjährige Erfahrung mit dem Versuch, Ökologie als auch das breite Spektrum der oft schön geredeten nachhaltigen Entwicklungs-ziele der UNO in eine mehr integrierende Öko-nomie einzubinden. Diese 17 UNO-Ziele beinhalten Frieden, Armut, Bildung und andere Menschenrechtsthemen, das heißt, viel mehr als die bekannten Klimaziele.

        Mit der Macht von großen Konzernen und Finanz über den Status quo, kann man erwarten, dass die Hauptmedien eine Rolle in dieser Entwicklung spielen. Wo gibt’s sonst Bewegung in diese Richtung? Ist Geld wirklich ein beschränkender Faktor? Wie relevant ist der EU Green Deal?

        Dr. Hinterberger (http://fritz.hinterberger.com/) ist Vizepräsident & Generalsekretär des Club of Rome Österreich, arbeitet u.a. an der Universität für Angewandte Kunst in Wien und unterstützt mehrere Initiativen, die mit anwendungsorientierter Arbeit zu tun haben.

 

Redaktion & Musik: Clifford James (www.jamesclifford.at)

 

 


989. radio%attac - Sendung, 16. 05. 2022

 

Wege aus der gekauften Demokratie

 

 

 

David Goeßmann interviewt den langjährigen Bundestagsabgeordneten, ehemaligen umweltpolitischen Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion und Direktkandidaten von Die Partei in Dortmund Marco Bülow. Im Interview spricht Marco Bülow darüber, wie Regierungen, Parlamente und Parteien den Kontakt zu ihrer Basis und der Bevölkerung verloren haben. Parteien würden zunehmend von oben durchregiert, während der Fraktionszwang Abweichler auf Linie bringe. Insgesamt befördere der Politikbetrieb Anpassung statt sachlichen Austausch. Zudem haben mächtige Lobbygruppen aus der Wirtschaft andere, am Gemeinwohl orientierte Gruppen aus der politischen Arena gedrängt.

 

Redaktion: Gerhard Gutschi

 

 


988. radioattac - Sendung, 09. 05. 2022

 

Respekt

 

Unterricht, Schule aus dem Computer war für Lehrer:innen wie Schüler:innen eine unabdingbare Notwendigkeit, die bei-de Gruppen vor enorme Herausforderungen gestellt hat. Innerhalb weniger Wochen, irgendwann schon normal, waren Maßnahmen und ihre Verschärfung oder Lockerung an der Tagesordnung. Masken, Masken am Gang, Masken in der Klasse, Tests, Präsenz, Präsenz jede 2. Woche, … Sabine Weninger-Bodlak unterhielt sich für diese Ausgabe mit einer Lehrerin und einer mittlerweile ehemaligen Berufsschülerin. RESPEKT allen Lehrer:innen und Schüler:innen und Eltern da draußen! Für´s durchhalten, mitmachen und zusammenhalten.

 

Playlist/Zusatzinfo:

Matze Knop, Verdammt ich impf´mich, 3:50

SEBEL, Zusammenstehen, 2:53

 

Redaktion: Sabine Weninger-Bodlak