Archives: Oktober 2012

29. 10. 2012

503. radio%attac - Sendung, 29. 10. 2012

1. FIAN - Mir ISST es Recht!

Noch bis zum 10. Dezember, dem Aktionstag für Menschenrechte, werden in 27 Lokalen in Wien,
Graz, Linz und Gmunden unter dem Motto „Mir isst es Recht!“ FIAN-Speisen serviert. 1,- bis 1,50
pro verkaufter Speise gehen an FIAN. Wer sich für diese Gerichte entscheidet, leistet einen wichtigen
Beitrag zur Arbeit von FIAN zum Menschenrecht auf Nahrung. FIAN und die Lokale freuen sich
auf Ihren Besuch! Wir frühstückten heute mit Christian Hofmann von FIAN Österreich im DREIKLANG,
einem Lokal im 9. Wr. Gemeindebezirk

2. Ausverkauf in Griechenland

Die Obdachlosigkeit in Griechenland ist seit Beginn der Kürzungspolitik sprunghaft angestiegen, ebenso
die Selbstmordrate. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt bei 50 Prozent, die Wirtschaft schrumpft seit Jahren.
Mit dieser Politik sei ein Ausweg aus der Krise nicht möglich, das Haushaltsdefizit könne nur weiter
steigen, sagt Marica Frangakis. Die Rettungspakete würden vor allem dazu dienen, die Gläubiger zu
schützen. Mehr als zwei Drittel der Gelder gehen über ein gesperrtes Konto direkt an die Banken, für die
Bevölkerung bleibt kaum etwas übrig. Marica Frangakis, Vorstandsmitglied des Nicos Poulantzas Instituts,
Athen, und Mitglied der EuroMemorandum-Gruppe in einem Gespräch mit Fabian Scheidler von Kontext TV.
http://www.kontext-tv.de/

503-2.als mp3-Stream und download
radio%attac Podcast

Gest.: Fabian Scheidler (Kontext TV), Gerhard Gutschi

Geschrieben von Gerhard Gutschi (Profile) am 29. 10. 12

[0] comments (3656 views) | 

22. 10. 2012

502. radio%attac - Sendung, 22. 10. 2012

1. Widerstand in Spanien
Europaweit wird gekürzt. Ein Land nach dem anderen schlittert in die Rezession. Eines der Länder,
in denen die Menschen von den drastischen Sparmaßnahmen besonders betroffen sind, ist Spanien.
Wir sprachen letzte Woche mit Cristina Asensi von Attac Spanien und der Bewegung „Echte
Demokratie Jetzt“ über die aktuelle Sparpolitik in Spanien, über die Zustände in ihrem Land und
über die wachsenden Vorurteile.

2. Spare in der Not, dann hast du keine Zeit!
In unserem nächsten Beitrag möchten wir einen sogenannten „Unverdächtigen“ zu Wort kommen
lassen, einen, dem man nicht wirklich „linke Einäugigkeit“ nachsagen kann. "Haushaltkonsolidierung
durch Ausgabenkürzung habe in einer Rezession noch nie funktioniert!", konstatiert Heiner Flassbeck,
der Chefökonom der UNCTAD der UN-Konferenz für Handel und Entwicklung in Genf. Zentrale Ursache
der Eurokrise seien nicht die Haushaltsdefizite einzelner Länder, sondern die Handelsungleichgewichte
in der Eurozone. Während einige südeuropäische Länder zu viel ausgegeben hätten, habe Deutschland
seit Ende der neunziger Jahre durch aggressive Lohn- und Ausgabensenkung seine Preise gesenkt
und damit Exportüberschüsse erwirtschaftet, andere Länder seien dadurch in eine höhere Verschuldung
geraten. Da es in der Währungsunion keine Möglichkeiten zur Auf- oder Abwertung gibt, um diese
Ungleichgewichte auszugleichen, sei die Krise auf diese Weise vorprogrammiert gewesen. Das Interview
führte unser Kollege Fabian Scheidler von KONTEXT tv.
http://www.kontext-tv.de/

Hasta la vista!

502-2.als mp3-Stream und download
radio%attac Podcast

Gestaltung: Fabian Scheidler (KONTEXT TV), Gerhard Gutschi

Geschrieben von Gerhard Gutschi (Profile) am 22. 10. 12

[0] comments (3665 views) | 

15. 10. 2012

501. radio%attac - Sendung, 15. 10. 2012

1. Bio für 9 Milliarden
Ein Sechstel der Weltbevölkerung leidet gegenwärtig Hunger. Aber das ist kein unabwendbares
Schicksal. Anhand von Beispielen aus Mexiko, Japan, Malawi, Kenia, Senegal, den USA und
mehreren europäischen Ländern veranschaulicht Filmemacherin Marie-Monique Robin, dass
radikales Umdenken gefordert ist und dass die Lebensmittelkette anders verwaltet und organisiert
werden muss - und kann, um dem Hunger in der Welt Abhilfe zu schaffen.
Mittlerweile beweisen weltweit aktive Initiativen, dass ökologische Landwirtschaft, die umweltgerecht
und ressourcenschonend verfährt, nicht nur möglich, sondern auch ertragreicher ist als die industrielle
Produktion von Nahrungsmitteln. Voraussetzung dafür ist allerdings auch, dass den Bauern - und nicht
nur den Großproduzenten unter ihnen - wieder eine Schlüsselrolle in der für die Zukunft der Menschheit
unabdingbaren Entwicklung zugebilligt wird.
„Ist die weltweite Hungersnot vermeidbar?“
Davon ist die Filmemacherin Marie-Monique Robin überzeugt und zeigt anhand von Beispielen aus aller
Welt, dass durch eine Umstrukturierung der Lebensmittelkette, ökologische Landwirtschaft und eine
neue Rolle der Bauern der Lebensmittelkrise entgegengewirkt werden kann.
Lässt sich die Weltbevölkerung dauerhaft und gesund ernähren?
Der Dokumentarfilm des ARTE-Themenabends "Bio für neun Milliarden" beantwortet diese Frage mit
einem klaren Ja! Die Filmemacherin Marie-Monique Robin ist davon überzeugt, dass das Sechstel der
Weltbevölkerung, das heute noch Hunger leidet, durchaus satt werden könnte, wenn mit ökologischen
und ressourcenschonenden Anbaumethoden der richtige Weg eingeschlagen würde.
Sie lässt Agrarökonomen, Wirtschaftswissenschaftler und Vertreter internationaler Hilfsorganisationen
zu Wort kommen, die sie bei ihren umfangreichen Recherchen auf vier Kontinenten befragt hat.

Die Dokumentation „Die Zukunft pflanzen - Bio für neun Milliarden“ ist am Dienstag, dem 16. Oktober 2012
um 20.15 Uhr auf ARTE zu sehen.
Wiederholungen am Samstag, dem 20. Oktober um 14.40 Uhr, am Dienstag, dem 30. Oktober um 10.35 Uhr und
am Donnerstag, dem 8. November um 14.10 Uhr.
http://www.arte.tv/de


2. Giftschlamm in Kolontar
Am 4. Oktober 2010 ereignete sich bei Kolontár in Westungarn einer der größten Industrieunfälle Europas.
Gegen 12:25 Uhr brach der Damm eines Deponiebeckens der Aluminiumhütte MAL AG (Magyar Alumínium)
in Ajka, das zur Lagerung von Rotschlamm verwendet wurde. In der Folge traten – je nach Quelle – zwischen
600.000 und etwa 1,1 Millionen Kubikmeter des ätzenden und schwermetallhaltigen Schlamms aus. Der
Schlamm gelangte in den Hochwasser führenden Bach Torna und überflutete die entlang des Baches gelegenen
Gemeinden Kolontár, Devecser, Somlóvásárhely, Tüskevár, Apácatorna und Kisberzseny. Zehn Menschen
starben an den Folgen der Schlammflut, 150 Personen wurden verletzt, 400 Menschen mussten in Sicherheit
gebracht werden. In den betroffenen Komitaten Veszprém, Vas und Győr wurde der Notstand ausgerufen.
Zwei Jahre später war Jutta Matysek für radio%attac vor Ort.

501-sendung.als mp3-Stream und download
radio%attac Podcast

Gestaltung: Jutta Matysek, Gerhard Gutschi

Geschrieben von Gerhard Gutschi (Profile) am 15. 10. 12

[0] comments (3673 views) | 

08. 10. 2012

500. radio%attac - Sendung, 08. 10. 2012

1. 500 x radio%attac
Als Einstieg für die heutige Sendung haben wir einen Spaziergang durch unser Archiv gemacht. Ganz
schön umfangreich. Beginnen wir mit der ersten Signation aus dem Jahre 2003.

2. IWF-Führung für attac
Unsere Kollegin Gisela Linschinger interviewte Aurelie Trouvier, 2. Vorsitzende von attac Frankreich,
zum Versuch, die Führung des IWF zu übernehmen.

3. Wege aus der Krise
Die zivilgesellschaftliche Allianz "Wege aus der Krise" bestehend aus Attac, der Armutskonferenz,
4 Gewerkschaften, Global 2000, Greepeace, der katholischen Arbeiterinnenbewegung, der ÖH und
SOS Mitmensch präsentierte gestern in Wien das Alternative Zukunftsbudget für 2013. Die beteiligten
Organisationen üben scharfe Kritik an der kontraproduktiven Kürzungspolitik der Regierung. Die Verteilungskrise
dürfe nicht länger geleugnet werden und die bisher steuerlich geschonten Superreichen müssten wieder
einen angemessenen Beitrag zum Gemeinwohl leisten, nur so sind dringend nötige Investitionen in Soziales,
Bildung, Umweltschutz und Menschenrechte finanzierbar. Ein solidarischer Weg aus der Krise ist möglich, so
die Allianz.
Ein Beitrag von Jutta Matysek.

500-sendung.als mp3-Stream und download
radio%attac Podcast

Gestaltung: Gisi Linschinger, Jutta Matysek, Judit Kovacs, Linda Kappel, Hannes Knierzinger,
Jakob Luger, Andreas Lehrner, Angelika Hofmann, Daniela Altenweisel, Barbara Nothegger,
Eva Schmidt, Nada Zerzer, Gerhard Gutschi, Wolfgang Knierzinger, Hans Stockinger, Danijela
Janosevic, Jana Sommerecker, Conni Derler, Asja Hocevar, ...

Geschrieben von Gerhard Gutschi (Profile) am 08. 10. 12

[0] comments (3518 views) | 

01. 10. 2012

499. radio%attac - Sendung, 01. 10. 2012

1.) Buchvorstellung: "Aus Staatsraison und anderen Gründen" von Wolf HAGN
Im Erstlingsroman des österreichischen Autors Wolf HAGN werden so aktuelle wie zeitlose Themen
wie das Verhältnis zwischen Staat und Individuum oder das Recht des Bürgers auf Widerstand gegen
ungerechte gesellschaftliche und politische Verhältnisse verhandelt. Dank Hagns süffisanter Erzählweise
und so subversiven wie schwarzen Humors, muss sich der Leser auf eine wahre Tour de Farce ins
Innere der als völlig korrumpiert und den Interessen des Großkapitals bedingungslos ergeben dargestellten
heutigen Republik Österreich begeben.
Der Roman erscheint kommende Woche im "On Demand"-Verlag und wird durch Amazon erhältlich sein.
Wolf HAGN ist vom Brotberuf Jurist, arbeitet "im Staatsdienst als Beamter" und "kennt das System von
innen" - mehr möchte er über seine Identität aus mehr als verständlichen Gründen nicht preisgeben.
Kontakt: wolfhagn@yahoo.de


2.) "Wir müssen leider draußen bleiben - Die neue Armut in der Konsumgesellschaft"
In ihrem neuen Buch schreibt Journalistin Kathrin Hartmann über BürgerInnen, welche vom Reichtum
des Landes ausgeschlossen werden, über die Endlosspirale von Billigjobs und Zeitarbeit und den Niedergang
des Sozialstaates. Früher konnten sich Menschen nicht nur der sozialstaatlichen Unterstützung, sondern auch
einer gewissen Solidarität sicher sein. Doch damit ist es nun vorbei. Wer nicht mehr mitkommt in unserer
Wirtschaft, ist selber schuld. Reflexhaft werden ihm Bildung, soziale Kompetenz oder gar der Arbeitswille
abgesprochen. Die Intellektuellen gewöhnen sich an, die Verlierer der entfesselten Konkurrenz nach ästhetischen
Kriterien, wie „Billigkonsum“ und „Unterschichten-TV“, abzuurteilen. Die abstiegsbedrohte Mittelschicht übernimmt
diese Sicht. Dabei ist die Armut – die heute natürlich ein anderes Gesicht hat als früher – längst in dieser Mitte
unserer Gesellschaft angekommen.
Kathrin Hartmann erkundet in Reportagen und in bestechend genauen Analysen unsere sich zunehmend spaltende
Konsumgesellschaft: hier die Elite, die sich in „adäquaten“ Stadtvierteln abschottet, dort die pauschal als
„Unterschicht“ für nutzlos erklärten Menschen. Mit ihr sprach unsere steirische Kollegin Karin Schuster.

http://www.ende-der-maerchenstunde.de/
http://community.attac.at/graz.html

"Wir müssen leider draußen bleiben - Die neue Armut in der Konsumgesellschaft"
Blessing-Verlag

499-2.als mp3-Stream und download
radio%attac Podcast

Gestaltung: Judit Kovacs, Karin Schuster, Gerhard Gutschi

Geschrieben von Gerhard Gutschi (Profile) am 01. 10. 12

[0] comments (3629 views) |